Ein Jahr Dekan Mario Gretter
Es ist bereits ein Jahr vergangen, seit ich nach Meran gekommen bin. Ich kann nicht sagen, dass ich nicht gemerkt hätte, wie die Zeit vergangen ist, denn es war ein ausgesprochen intensives Jahr. Pfarrer von drei Pfarreien zu sein – mit ihren jeweiligen Besonderheiten, Erwartungen, Freuden und Sorgen – und zugleich die Aufgabe des Dekans in einem großen und vielfältigen zweisprachigen Dekanat wahrzunehmen, ist nicht einfach, aber sehr bereichernd und anregend.
Vor allem aber hatte ich in diesem Jahr die Möglichkeit, sehr viele Menschen kennenzulernen oder wiederzutreffen, die mich herzlich aufgenommen und mir geholfen haben, in meinem Dienst zu wachsen. In den vielen Gottesdiensten – von den Messfeiern bis zu den Beerdigungen, von den Taufen bis zu den Trauungen –, bei besonderen Feiern wie Hochfesten, Bittgängen und Gottesdiensten in den Seniorenheimen sowie bei Katechesen und Prozessionen hatte ich die Gelegenheit, einzelnen Menschen, Familien und Vereinen auf ihrem Weg zu begegnen: in dem Bemühen, die Traditionen einer lebendigen und vielfältigen Gemeinschaft mit den neuen, immer drängender werdenden Herausforderungen in Einklang zu bringen.
Wenn wir im vergangenen Jahr mit Änderungen bei Gottesdienstzeiten und Gewohnheiten sowie mit manchem organisatorischen Puzzle bei den verschiedenen Tätigkeiten zurechtkommen mussten – nicht zuletzt aufgrund der Wirklichkeit des „Ein-Drittel-Pfarrers“ –, dann ist an dieser Stelle ein großer Dank angebracht, besonders für die ständige Bereitschaft von Altdekan Albert, Pater Meinrad und Diakon Walter, ohne die viele Gottesdienste nicht möglich gewesen wären. Mir ist auch bewusst geworden, wie viele Menschen sich für die Gottesdienste einsetzen.
Im neuen Pastoraljahr warten nun andere Herausforderungen auf uns.
Da ist nicht nur die Baustelle am Kirchturm, die für alle sichtbar ist und dank des großen Einsatzes unserer Verwalter und der beteiligten Handwerker zügig voranschreitet, sondern vor allem auch die vielen anderen Arbeiten, die vorangebracht wurden, ohne dass viele davon überhaupt etwas bemerkt haben.
Die wichtigsten Baustellen aber betreffen das pastorale Leben unserer Pfarre. Dazu gehört zunächst die Neuwahl des Pfarrgemeinderates (PGR) am 25. Oktober. Darüber hinaus geht es darum, alle Gläubigen immer stärker einzubeziehen und ihr Mitwirken und Wachsen in der Gemeinschaft zu fördern, besonders das der Jugendlichen und Familien. Dafür wird es notwendig sein, von einer gelegentlichen Zusammenarbeit mit den Pfarreien der Stadt und der Umgebung zu einer strukturierten Zusammenarbeit überzugehen. Auch Wege des Zuhörens und der Zusammenarbeit mit all jenen Menschen und Einrichtungen guten Willens, die außerhalb unserer Pfarreien tätig sind, werden eine Chance und Herausforderung sein, die wir nicht ungenutzt lassen dürfen.
Um all dies zu verwirklichen, müssen wir uns gemeinsam neu auf das Hören des Heiligen Geistes einlassen. Ich hoffe, dass sich – unabhängig davon, wer dem Pfarrgemeinderat angehören wird und wer nicht – alle eingeladen und willkommen fühlen, ihre Ideen einzubringen und mitzuarbeiten.
Don Mario, Pfarrer