Bittgang 2026 nach Gratsch

Meran: In der sechsten Woche der Osterzeit werden die drei Tage vor Christi Himmelfahrt auch Bitt-Tage genannt, da traditionell vielerorts Bittprozessionen abgehalten werden.   So auch in Meran!Am Montag, den 11. Mai 2026 fanden sich viele Gläubige der Pfarreien Maria Himmelfahrt und St. Nikolaus beim „Karl Wolf-Denkmal“ ein, um nach altem Brauch „betend unterwegs“ zu sein.
Diese Tradition geht bereits auf das 4. Jahrhundert zurück, als in Rom am Markustag (25. April) eine große Bittprozession über die Felder eingeführt wurde. Übernommen wurde dies im 8. Jahrhundert für die ganze römische Kirche. Die Menschen baten Gott um Gnade, um Fruchtbarkeit für Feld und Flur, um Bewahrung vor Hagel, Frost und anderen Unwettern.
Die Bittprozession führte zum Provinzhaus der Barmherzigen Schwestern in Gratsch. Nach einer herzlichen Begrüßung und Dankesworte an die Schwestern für ihr Gebet und ihre Gastfreundschaft zelebrierte Dekan d. Mario Gretter gemeinsam mit Pfarrer Peter Kocévar  in der Kapelle den Dankgottesdienst.
„Wir waren gemeinsam unterwegs, um zu bitten…“ – begann Dekan Mario seine Predigt. „Aber – worum bitten wir? Sicher um eine gute Ernte, um Bewahrung von Unwettern – aber auch, um ein wenig „MEHR“ in unserem Leben, um den Wunsch, aus unserer Perspektive herauszutreten. Deshalb machen wir uns auf den Weg; denn, wenn wir uns zurückziehen, können wir nicht erkennen, was Gott außerhalb unserer Sichtweite tut. Zudem haben wir die Aufgabe, Zeugnis abzulegen für ein eucharistisches Leben und Gott dankbar sein für all das Gute, das er an uns getan hat.“ Mit den Worten: „Schön, dass wir uns heute auf den Weg gemacht haben, denn gemeinsam gelingt alles besser…!“ – beendete er seine Ansprache.
Nach Erteilung des Segens und des Absingen eines Marienliedes fand der heurige Bittgang mit einem gemütlichen Umtrunk in den Räumlichkeiten des Provinzhauses der Barmherzigen Schwestern seinen Ausklang.
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